Hegering Everswinkel
Hegering Everswinkel

2018-06 Geier!Live

„Geier!Live“ zum Thema „Jäger“
Ist Hegering noch zeitgemäß??

 

Everswinkel -

 

Der Diepenbrocksche Biergarten platzt am Freitagabend quasi aus allen Nähten. Die „Geier!Live“-Veranstaltungen sind immer sehr gut besucht, diesmal scheinen aber noch mehr Gäste gekommen zu sein. Nach zwei Jahren Pause hatten die Fans der außergewöhnlichen Talk-Runden wohl so richtig Nachholbedarf. Von Marion Bulla

 

Talkmaster Klemens Diepenbrock hat sich auch diesmal wieder einige illustre Gäste eingeladen, die den Zuhörern ihre Welt erklären. Diesmal geht es ums Jagdwesen und den Hegering. Der Wirt hatte seinen Garten passend zum Thema in eine rustikale Jagdkulisse umstylen lassen. Die Bühne der Plauderei ist ein hölzerner Hochsitz mit Jägerhut, Tarnnetz und künstlicher Jagdbeute wie Enten und Fasanen.

 

Diepenbrock zeigt sich wie immer gut gelaunt, seine Fragen sind gezielt, wenn auch nicht immer direkt zum Thema, aber stets auf seine gewohnt charmante Art. Und am Ende jedes Mal auch mit einem Schluck aus der grünen Jägermeisterpulle. „Ist Hegering überhaupt noch zeitgemäß?“, stellt „Geier“ Diepenbrock gleich zu Anfang seinem ersten Gesprächspartner Josef Thiemann die etwas provokante Frage. „Ja, gerade hier ist das wichtig. Die Jagd bedeutet nicht nur das Wild zur Strecke zu bringen, sondern viel mehr. Die Hege ist etwa ein Stichwort. Bier zapfen ist ja auch nicht nur Gastwirtschaft“, schießt Thiemann, der seit zwei Jahren den Posten den Vorsitz des Hegerings Everswinkel inne hat, zurück. Bei besonders spitzen Pointen reagieren die Musiker Michael Drees und Ralf Peters sofort mit „Weiß der Geier, oder weiß er nicht..“.

 

Der Hegering sei mit 19 Hegeringen im Kreis gut aufgestellt. Auch die Akzeptanz sei positiv und das wiederum komme dem Image der Jäger zugute, erörtert Thiemann die Situation. Schließlich geht es in der Talk-Arena um das Ritual der Aufnahme in die Jägergemeinschaft. „Da wird man doch geschlagen, oder?“, will der Hausherr nun wissen. Zu dieser Zeremonie gehört, dass der Jungjäger einen symbolischen Schlag erhält. Das soll keine Bestrafung, sondern eine ehrenhafte Aufnahme in den Kreis der Jäger sein. „Für mich ist das eine erinnerungswürdige Sache gewesen, die ich ganz bewusst miterlebt habe“, gibt Thiemann zu.

 

Vier Jagdgenossenschaften gibt es in Everswinkel und 17 Eigenjagden. „Das ist ungewöhnlich“, sagt Josef Thiemann. dass derzeit so viele junge Leute sich beim Hegering in Everswinkel engagieren: „Unsere Altersstruktur liegt bei 30 bis 55 Jahre. Das ist die Basis und gut für uns.“ „Der Hegering macht eine super Arbeit“, findet Diepenbrock und gibt dem Hegeringchef passenderweise einen Jägermeister aus.

 

Sein nächster Gast ist ebenso mit dem Jagdwesen verbunden. Rita Weis fungiert im Reit- und Fahrverein als Kassenwartin und besitzt seit 14 Jahren den Jagdschein. Sie ist mit Leidenschaft dabei, auch wenn sie sich ein wenig darüber mokiert, dass es noch immer nicht den Begriff Waidfrau gibt. „Ich fühle mich gut aufgenommen, aber die Sprache ist eben männlich“, so Rita Weis. Die Alverskirchenerin hat sich dem Hundewesen verschrieben. Zwei Hunde aus dem Tierschutz hat sie aufgenommen, die ihr viel Arbeit abnehmen. Rita Weis engagiert sich in der Jagdhundehilfe, die ihr sehr am Herzen liegen.

 

Dann holt sich Klemens Diepenbrock einen Überraschungsgast auf den improvisierten Hochsitz. Burchard Schlüter, 2. stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde, kennt sich mit der Materie ebenfalls gut aus. Er erklärt das Jagdzeremoniell der Schleppjagd. „Wir kommen mit den Pferden so nah an das Wild ran, wie sonst keiner“, erzählt er. Er brauche keinen Hochsitz, um die Natur zu beobachten, sagt der „Geier“ darauf und fügt an, da gehe er lieber zum Prinzipalmarkt, und schaue schöne Damen an.

 

Sein letzter Gast ist Heinz Strohbücker, passionierter Jäger, und ehemaliger Leiter des Hegerings Everswinkel. Klemens Diepenbrock kommt gleich auf den Punkt und fragt: „Was ist mit Liebe auf dem Hochsitz?“ „Tolle Sache“, antwortet der Event-Gastronom etwas konsterniert. Dann fragt der Talkmaster weiter, ob er schon mal auf fremder Jagd gewildert habe und was eigentlich eine „Nylonricke“ sei. „Hier sind einige Interessante, doch diese Meute habe ich noch nicht bejagt“, gibt Strohbücker schmunzelnd zurück. Man merkt ihm dennoch an: Er möchte eigentlich gern über die Jagd an sich reden – und zwar ernsthaft. Diepenbrock witzelt weiter, er gehe einmal im Jahr auf Taubenjagd und zwar mit dem Golfschläger auf dem Golfplatz.

 

Das Publikum freut sich schon jetzt auf den nächsten Schlagabtausch beim „Late-Night-Talk am Zapfhahn“.

 

Quelle: http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/Everswinkel/3359323-Geier!Live-zum-Thema-Jaeger-Ist-Hegering-noch-zeitgemaess

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